Flexible Eingangsstufe

Wir möchten den Schülerinnen und Schülern im Eingangsbereich unserer Schule Wege eröffnen, die ihren unterschiedlichen Begabungen und Interessen sowie ihrer Lernentwicklung bestmöglich gerecht werden. Jedes Kind soll die Zeit bekommen, die es benötigt, um die im Lehrplan vorgesehenen Kompetenzen zu erwerben. Die Flexible Eingangsstufe sieht ein passgenaues, individualisierendes Lernangebot für die Jahrgangsstufe 1 und 2 vor und beinhaltet wertvolle und wichtige Kernelemente, die die individuelle Lern- und Leistungsentwicklung des Kindes in den Mittelpunkt rücken.

Welche Kernelemente gehören dazu?

Die Flexible Eingangsstufe umfasst sieben Kernelemente, die aufeinander bezogen sind und sich gegenseitig bedingen: Anknüpfen an vorschulische Bildung und Erziehung, d.h. Vorerfahrungen nutzen und das „gemischte“ Miteinander fortführen Erhebung der Lernausgangslage, d.h. den individuellen Lernstand erfassen und passgenaues Fördern von Anfang an Individualisierende Lernangebote, d.h. individualisierende Angebote innerhalb einer gemeinsamen Lernaufgabe, offene gute Aufgaben für ein Lernen auf individuellem Niveau, kooperatives und reflektiertes Lernen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern, d.h. engere Kooperation und Beratung der Eltern in Bildungs- und Erziehungsfragen Lernrückmeldung und Leistungserhebung, d.h. auch alternative Formen der Leistungserhebung (Portfolio, Lerntagebuch); Lernentwicklungsgespräch, Flexible Verweildauer, d.h. Möglichkeit der ein-, zwei- oder dreijährigen Verweildauer; kein Anrechnen des dritten Lernjahrs auf die Pflichtschulzeit Jahrgangsgemischte bzw. sprachgemischte Klassen,d.h. Nutzung der Heterogenität, um gezielt voneinander und miteinander zu lernen

Welche Ziele wollen wir erreichen?

Der Umgang mit Heterogenität ist eine besonders herausfordernde Aufgabe im Eingangsbereich der Grundschule und zugleich eine große Chance für den Unterricht und die Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität. Das Voneinander- und Miteinanderlernen in einer bewusst gestalteten Heterogenität zeigt große Vorteile hinsichtlich der sozial-emotionalen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Der Lernzuwachs ist mindestens gleichwertig bzw. stellt sich positiver heraus.

Wie setzen wir es an der Schule um?

Die guten Ergebnisse aus dem Modellprojekt „Flexible Grundschule“ von 2010 - 2014 begründen, weshalb wir unsere Flexible Eingangsstufe sukzessive von zunächst zwei Klassen, dann auf vier Klassen ausbauten und ab dem Schuljahr 2015/16 auf alle Klassen erweitern. Zwei Formen von Eingangsklassen bieten wir ab 2015/16 an: Jahrgangsmischung: Jahrgangsstufen 1 und 2 lernen gemeinsam Sprachmischung: Jahrgangsstufe 1 lernt mit einer Sprachlerngruppe gemeinsam; Weiterführung der Klasse in der Jahrgangsstufe 2 ; Damit die unterschiedlich entwickelten und unterschiedlich begabten Schüler nicht nebeneinander, sondern voneinander und miteinander lernen können, erarbeiteten wir ein passendes didaktisch-methodisches Konzept, das für alle Klassen gilt. Schülerinnen und Schüler aus der Flexiblen Eingangsstufe lernen in den sog. Partnerklassen in der 3. und 4. Jahrgangsstufe weiter. Ein speziell entwickeltes Übergangskonzept unterstützt den Wechsel in die 3. Klasse